Fr 26.05. -SLIME-

Support: + TAFKAT

Doors: 19:00 Uhr Start: 20:00 Uhr Fremdveranstaltung

slimeweb

Dirk, Elf, Alex & Co. wollen wieder den Keller zu einer Sauna umbasteln…
Support: TAFKAT
DOORS: 19 Uhr // Start: 20 Uhr
VVK: € 19 (bei Shock, im Bastard, via: www.bastardclub.de/tickets)
AK: € 24

BANDINFO:
Slime aus Hamburg ist eine der bis heute einflussreichsten Punkbands in Deutschland. Sie wurde 1979 gegründet und löste sich 1994 nach einer vorübergehenden Trennung (während der jedoch immer mal wieder Konzerte stattfanden) und Wiedervereinigung auf. Slime war prägend für die damals dominierende politische Grundhaltung eines großen Teiles der deutschen Punkbewegung. Sie hatten extrem provozierende Texte. So besangen sie in „Deutschland muss sterben“ den Untergang Deutschlands, forderten Yankees raus!, wetterten gegen Bullenschweine und verglichen die Polizei mit der SA und der SS („Polizei SA/SS“). Sie proklamierten Legal, illegal, scheißegal und beschimpften mit „A.C.A.B.“ („All Cops Are Bastards“) pauschal alle Polizisten als Bastarde. Deutschland muss sterben (… damit wir leben können) wird zum Motto der Szene der Zeit. Die parolenhafte Verkürzung des Songs bringt die Weltsicht der damaligen radikalen Linken auf den Punkt: Wo Faschisten und Multis das Land regiern, wo Leben und Umwelt keinen interessieren, wo alle Menschen ihr Ich verliern, da kann eigentlich nur noch eins passieren: Deutschland muss sterben, damit wir leben können. Slime richtete sich in Songs wie „Sand im Getriebe“ gegen den Staat und sang in „Nazis Raus“ und „Schweineherbst“ gegen Nazis. Mit „Hey Punk“ schrieben sie noch eine wohlbekannte Punker-Hymne. Insbesondere der Song „Deutschland muss sterben“ (… damit wir leben können) – eine Anspielung auf die Losung aus dem ersten Weltkrieg „Deutschland muss leben, auch wenn wir sterben müssen“ – sorgt bis heute für heftige Kontroversen. Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG, 1 BvR 581/00 vom 3.11.2000) ist es jedoch in Deutschland erlaubt, das Lied öffentlich abzuspielen oder zu zitieren. Die Band sah Punk allerdings nicht nur als kämpferische Angelegenheit, sondern auch als Party. Mit ihrem Song „Karlsquell“ machten sie das gleichnamige Aldi-Bier Karlsquell zum Kultgetränk unter Punks. Deutschland muss sterben: 1979-1985 Die aus dem Hamburger Stadtteil Langenhorn stammende Band bestand 1979 aus den Bandmitgliedern Elf (Michael Mayer, Gitarre), Eddie (Eddi Räther, Bass) und Ball (Peter Wodok – Schlagzeug). Frühe Punkbands wie die Sex Pistols, The Damned oder The Clash prägten Sound und Einstellung der frühen Slime. Den ersten Auftritt absolvierten sie in der Jugendstrafanstalt Neuengamme. Wenige Monate später kam der Sänger der Band, Dicken (Dirk Jora), 1980 als zweiter Gitarrist Christian Mevs hinzu. Slimes Texte waren stets äußerst provokativ, und musikalisch wurden in Deutschland mit ihren Liedern neue Wege beschritten. Die Band spielte auf Schulfesten, Demos, in besetzten Häusern und auf anderen politischen Veranstaltungen. Das erste Album – später als Slime I bekannt – produzierte die Band selbst, veröffentlichte es ohne Label und verkauft es vor allem auf Konzerten und direkt an Plattenläden in Hamburg. Ein wichtiger Auftritt bei einer Anti-Haig-Demo auf dem Berliner Nollendorfplatz folgte. Die Band spielte zahlreiche Konzerte, oft gefolgt von Straßenschlachten zwischen Fans und Polizei. Besonders denkwürdig war hier ein Auftritt im Berliner SO36. Nach der Veröffentlichung verließ Ball die Band und Stephan Mahler stieg als neuer Schlagzeuger ein. 1982 erschien auf dem Label AGR die zweite LP Yankees raus. Die Platten von Slime waren mittlerweile zum festen Soundtrack bei vielen Demos und linken Veranstaltungen geworden. Langsam bildete sich ein „Kult“-Status um die Band, die diesen nie in der Form wollte. Zusammen mit Betoncombo, Aheads und Middle Class Fantasies tourte Slime durch Deutschland. Die Band selbst benutzte dazu einen VW Käfer. Aufgrund der steigenden Popularität und des kommerziellen Labels tauchten erste „Ausverkaufs-“ und „Verrats“vorwürfe in der linken Szene auf; nunmehr prügelten sich nicht nur Publikum und Polizei, sondern in Hannover und München auch Publikum und Band. Im selben Jahr indizierte die Bundesprüfstelle „Slime I“ als erste Punk-Platte überhaupt zusammen mit dem Sampler Soundtrack zum Untergang von AGR. Die BPS gab bei der Samplerindizierung den Slime-Song „Polizei SA/SS“ neben dem Song „Helden“ der Gruppe Middle Class Fantasies als Gründe an. Die Platten wurden daraufhin mit Pieptönen zensiert. Der Vorfall steigert sowohl Bekanntheit als auch Beliebtheit der Band innerhalb der Punk-Szene enorm. 1989 erschien das Album bei AGR noch einmal unzensiert auf CD, 2003 wurde es bei Weird System mit einer neu aufgenommenen, zensierten Version von „Bullenschweine“ bei Weird System neu aufgelegt. Das dritte Album Alle gegen Alle ist textlich differenzierter. Musikalisch wenden sie sich vom britischen 77er-Punkrock ab und beginnen Einflüsse des wesentlich dichteren und dunkleren Hardcore Punks wie er von den Dead Kennedys oder Black Flag gespielt wird, aufzunehmen. In die Zeit fallen weitere Konzerte, teilweise mit Vorbildern der Band. 1983 in Hamburg-Harburg zusammen mit den Dead Kennedys und MDC, begleitet von einer Hundertschaft Bereitschaftspolizei unter der Bühne. Slime selbst dazu rückblickend: Es heißt, 26 Beamte quittierten nach dem Abend aufgrund der erlittenen Angstqualen ihren Dienst. Auftritte mit Bad Brains in Osnabrück und Ton Steine Scherben in Neumünster folgen. Die Indizierungen einiger Stücke – beziehungsweise für das Umfeld die Zensur – förderte den Ruhm der Band. Sowohl durch ihre künstlerischen Qualitäten, die oft in Schlägereien und Straßenschlachten mit der Polizei endenden Konzerte als auch die Indizierung erlangten sie schnell einen Star-Status innerhalb der Szene. Sie galten als die legitimen Nachfolger von Ton Steine Scherben. Gleichzeitig und teilweise deswegen mehrten sich aber ebenfalls die kritischen Stimmen: AGR galt als Label, das zu kommerziell ausgerichtet war, der Song Yankees raus zog Vorwürfe des rassistisch motivierten Antiamerikanismus ebenso auf sich wie die, den Holocaust zu verharmlosen. 1984 löste sich die Band offiziell auf. Sie selbst hatten das Gefühl an einem toten Punkt angekommen zu sein, entweder blind als Helden verehrt zu werden oder ungerechtfertigter Kritik ausgesetzt zu sein; sie hatten das Gefühl gegen ihren eigenen Status nicht mehr anspielen zu können und sahen so keine Perspektive zur Weiterarbeit. Trotz der offiziellen Auflösung spielten sie zwischendurch mehrmals, so im Störtebecker in der besetzten Hafenstraße oder auf dem Störtebecker-Barkassen-Trip im Hamburger Hafen, bei dem 2000 Liter Freibier flossen und die Barkasse beinah im Hafenbecken versenkt worden wäre. Brüllen, zertrümmern und weg: 1990-1994 Die Bandmitglieder trennten sich unter anderem aufgrund des gespannten Verhältnisses zur Szene 1984, spielten dennoch einige Gigs, vereinten sich 1990 wieder und nahmen noch im gleichen Jahr neue Songs auf. 1992 erschien das Album Viva la Muerte, auf dem Slime mit Metal-Elementen experimentierte. Das von Rodrigo Gonzalez (später: Die Ärzte) produzierte Album ist das untypischste der Band. Der Sound ist ruhiger und experimenteller, die Texte unpolitischer als bei anderen Veröffentlichungen. Während die Kritiken auf Viva la Muerte gemischt waren und das Album kommerziell keinen Erfolg hatte, fanden sie auf ihm den Stil, der später Schweineherbst ermöglichen sollte. Nach einigen Auftritten nahmen das Slime 1993 das Album Schweineherbst auf. Die Platte ist textlich anspruchsvoller als frühere Veröffentlichungen, und musikalisch ausgereifter. Textlich positionierte man sich weiter links und gegen Rassismus. Das Album wurde dem kurz zuvor verstorbenen ehemaligen Drummer Peter Wodok („Ball“) gewidmet. Ende 1994 trennte sich die Band nach einer Abschiedstour endgültig, da ihrer Meinung nach mit dem Album „Schweineherbst“ alles gesagt war. Von der Tour produzierten sie später ein Livealbum. 2002 und 2003 erschienen bei Weird System Nachpressungen der ersten drei Alben, die zensierten Stücke wurden hierfür in Teilen neu eingesungen um strafrechtlicher Verfolgung zu entgehen. 2004 erschien dort auch die Doppel-DVD „Wenn der Himmel brennt“, die bereits für 2003 angekündigt war, jedoch wegen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft verschoben werden musste. Die DVD bietet in Camcorder-Qualität einen dokumentarischen und authentischen Überblick über die gesamte Bandgeschichte. Die Bandmitglieder von Slime waren und sind auch in anderen Bandprojekten aktiv, wie z.B. C.I.A., Elf oder (aktuell) Rubberslime. Die Band war eine der wichtigste Bands der linken Szene in den frühen 1980ern und so tauchen Referenzen auf sie auch Jahre später auf. Die Ärzte verwenden Material aus Bullenschweine in ihrem Nummer-1-Hit Männer sind Schweine (allerdings am Schluss des Stückes und kaum wahrnehmbar) und spielen auf einigen Live-Konzerten am Ende des Lieds Richtig schön evil den Refrain von Polizei SA/SS, die Absolute Beginners verwenden Bullenschweine ebenfalls in den 1990ern später als Vorbild für ihren Beitrag K.E.I.N.E. Die Hamburger Hip Hop-Formation Fischmob verwendete den Text von „Bullenschweine“ für ihren Song „Polizei-Osterei“, einem Stück im Stile der Dance-Aufnahmen der Schlümpfe. Auch im zensierten Lied Kein Gerede von WIZO findet man eine Textzeile wieder (Dies ist ein Aufruf zur Revolte, dies ist ein Aufruf zur Gewalt). Auch konservative bis rechtsnationalistische Bands wie Endstufe und Kampfzone coverten Slime-Songs („Gewinnen werden immer wir“ auf der 10″ „2003 von Kampfzone; „Linke Spießer“ auf dem 2006er Album „Feuer Frei“ von Endstufe). Die hessischen Grünen plakatieren ein ironisches Legal, Illegal, Scheißegal im Landtagswahlkampf, der in die Zeit der CDU-Spendenaffäre fiel. 2003 sorgte der Song Yankees Raus für kontroverse Diskussionen innerhalb von Attac, als er auf einem Unterstützungssampler für die Organisation erschien, sich Teile von Attac aber wegen der Rassismus-Vorwürfe vom Song wieder distanzierten. Der Song wurde von Rubberslime für den Sampler mit einem anderen Text als das Original von 1982 neu aufgenommen. Besonders die Textzeile „Weltpolizei SA – SS“ erregte die Gemüter einiger Attac-Mitglieder, da sie nach ihrer Meinung die Verbrechen der NS-Zeit verharmlost und zugleich die USA auf eine Stufe mit der SA, bzw. der SS stellt. Im April 2009 erschien das Tribut-Album „Alle Gegen Alle – A Tribute to Slime“, auf dem bekannte Bands aus der deutschen Punk- und Oi!-Szene Songs von Slime covern. Beiträge zu diesem Sampler lieferten unter anderem Die Toten Hosen (Viva la Muerte), Die Mimmi’s (Der Tod ist ein Meister aus Deutschland), Dritte Wahl (Yankees Raus), Rasta Knast (Störtebecker), Stage Bottles (Robot Age), Broilers (Zusammen), Volxsturm (Gewinnen werden immer wir), Pöbel & Gesocks (Keine Führer), Ungunst (Goldene Türme) und die Jesus Skins (Wenn der Himmel brennt). Pfingstsamstag 2010 trat die Band (in einer teilweise neuen Besetzung) als einer der beiden Headliner auf dem Punkfestival Ruhrpott Rodeo bei Hünxe auf. Nach Angaben des Veranstalters war dies der erste Auftritt der Band nach 15 Jahren. Nach einem Auftritt von Slime am 15. Dezember 2010 im SO36 in Berlin-Kreuzberg kam es in der Umgebung des Clubs zu Ausschreitungen. In einer am 17. und 21. Januar 2011 ausgestrahlten Sendung trat Gitarrist Michael Mayer als Kandidat bei Günther Jauchs Wer wird Millionär? auf. Sein Ziel war es, mit der Gewinnsumme eine Konzertreise seiner Band in die USA so weit wie möglich zu finanzieren. Er gewann 16.000 Euro. Am 15. Juni 2012 erschien das neue Album „Sich fügen heißt lügen“, auf People Like You Records. „Sich fügen heißt lügen“ ist die erste offizielle Veröffentlichung der Band seit 18 Jahren. Auf diesem Album werden Texte des Dichters Erich Mühsam vertont

Tickets: VVK: 19,50 € zzgl. Gebühren · AK: 24,00€

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